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Das Musikalische Sparbuch - Made In Germany
Burghard Genz vom Berliner Label Kontor und United One Musikverlag erklärt sein Geschäftsmodell der Bündelung von Ressourcen zur Produktivitätssteigerung deutscher Indie-Labels
By Anthony Kammerhofer, GATEWAYmusic
(more articles from this author)
2010-10-04
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Frank Schenker und Burghard Genz vom Berliner Label Kontor

Wie kam es eigentlich dazu, dass Du - über Berliner Label Kontor - ein ganzes Bündel von kleinen Spezialisten-Labels führst?

Burghard Genz Begonnen hat alles damit, dass ich Anfang der achtziger Jahre als Musiker nach Berlin kam und dann Musicals am Theater des Westens in Berlin produzierte. Damals versuchte ich mich das erste Mal bei der Gründung eines Musikverlags und eines Labels im Aufbau der Vermarktungsstrukturen für die Musical-Produktionen. Die Herausforderung für unser Label war, eine erste Veröffentlichung für die Mitgliedschaft bei der GVL [GVL ist die deutsche Verwertungsgesellschaft für Leistungschutzberechtigte und beschäftigt sich mit der Sicherung der Tantiemen aus der Auswertung von Tonaufnahmen in Radio, TV usw.] herauszubringen. Da unsere damalige Musical-Produktion noch nicht aufnahmebereit war, mußte ich etwas anderes finden, um Mitglied bei der GVL zu werden. Ein Bekannter empfahl mir einen ägyptischen Trommler, also produzierte ich den. Am Abend der Präsentation verkauften wir 350 CDs. So kam ich zur Weltmusik. Betrachtet man den Tonträgermarkt gesamt, so ist der Anteil der Weltmusikproduktionen daran eher klein, rund 5%, ähnlich wie bei Jazz. Deshalb sahen wir sehr bald die Notwendigkeit, in weiteren Märkten außerhalb der DACH-Länder aktiv zu werden, und so fuhren wir 1997 das erste Mal zur MIDEM. Die Jahre vergingen und wir wurden in England, Skandinavien, Spanien, Portugal, Israel, Taiwan, Japan, den USA etc. aktiv.

Was ist Deiner Meinung nach die größte Herausforderung beim Produzieren von Weltmusik?

Burghard Genz Eingangs war es mal schwierig, die "Weltmusik-Polizei" davon zu überzeugen, dass Weltmusik-Cross-Over gut sein kann, wenn man zum Beispiel Weltmusik und Jazz mischt. Weiters gibt es unvorstellbare Hürden, wenn man versucht, Musiker aus anderen ethnischen, kulturellen und politischen Bereichen nach Europa für Aufnahmen hereinzuholen. Allein das Besorgen der Visa ist ein Halbtags-Job für sich. Drittens hatten wir 2006/2007 dann auch bemerkt, dass illegale Downloads und Tonträgerpiraterie nicht ein Thema sind, dass einzig die Major-Labels beschäftigt. Damals habe ich mich dann schließlich dazu entschieden, mehrere Labels im Berliner Label Kontor zu bündeln, um Kosten zu minimieren und auch Indie-Labels aus anderen Ländern, besonders Kanada und Australien, bei den ersten Schritten im DACH-Markt helfen zu können. Darunter fällt auch, Kooperationen für die Labels mit Bookers und anderen hier drüben, wie z.B. MusicDish Edelweiss, zu schmieden.

Ihr bietet eine breite Palette an Leistungen an. Kannst Du uns beschreiben, was Ihr für einen Künstler tun könnt, der Euch kontaktiert? Vielleicht ein Beispiel für einen Act aus den DACH-Ländern und ein weiteres für einen von außerhalb?

Burghard Genz Gut, beginnen wir mit einem Act von außerhalb der DACH-Länder. Vorbedingung für eine Zusammenarbeit ist ein gewisser Status des Acts in seinem Land oder Markt, also Vertrieb oder Management und eine veröffentliche CD mit Barcode. Diese Acts schicken uns dann einfach ihr Album, wir registrieren es allen relevanten Datenbanken - wie Phononet - und aggregieren das dann für den Online-CD-Verkauf. Nun zum Act aus DACH-Ländern. Das ist ein wenig komplizierter, weil wir da immer bevorzugen, mit Labels zusammenzuarbeiten. Wenn es eine Band ist, die sich als Label versteht, dann registrieren wir deren Label bei der GVL und sie bekommen den LC [Labelcode] für Deutschland. Das hilft uns auch bei der Auswertung unserer Radio-Promotion.

Wie definierst Du Erfolg bei der Promotion?

Burghard Genz 1.000 verkaufte CDs pro Jahr sind für uns ein Erfolg. Dafür müssen wir EUR 400-500 für Radio-Promotion ausgeben, ich muß ein paar Leute anrufen und ihnen vielleicht auch etwas schicken. Aus der Sicht des Labels gibt es einen weiteren Return-of-Investment durch weitere EUR 600-700 auf der GVL-Abrechnung. Wir sprechen hier nicht von Riesensummen, aber wir machen etwas Gewinn. Deshalb versuchen wir auch, dass so viele Labels wie möglich beim Berliner Label Kontor mitmachen. Wir haben kalkuliert, dass wir mit dieser Struktur der Bündelung kostendeckend arbeiten, wenn wir rund 2.000 Alben kontrollieren. Wir machen auch 50/50-Beteiligung beim Filmeinblendungsrecht, sind aber nicht an Verkäufen von Tonträgern bei Konzerten der Künstler beteiligt. Es gibt viele Anfragen von Labels, bei uns mitzumachen.

Wieviele Labels sind derzeit Teil des Berliner Label Kontor?

Burghard Genz Derzeit sind unter Berliner Label Kontor 8 Labels vereint, die eine schwindelerregende Vielfalt an Musikstilen abdecken. Wir haben noch keinen Mainstream-Pop dabei, aber jene, die das machen, haben auf der Popkomm 2010 Kooperationsbereitschaft gezeigt, unter der Voraussetzung, dass wir den Arbeitsablauf und die Logistik abwickeln können. Was wir nicht machen können, ist die Banking-Funktion der Major-Labels wahrzunehmen. Allerdings ist das für die nächste Ausbaustufe geplant. Ich habe allen Labels bei uns vorgeschlagen, dies auf der Basis unserer sechsmonatigen Abrechnungsperioden zu tun. Das bezieht sich auf die Verwendung gebündelter Gelder im Bereich von EUR 5.000 bis 6.000 vor der Auszahlung an die Labels. Wir könnten dieses Geld zur Finanzierung neuer Produktionen verwenden, Rückzahlung der Label-Anteile selbstverständlich verzinst. Manche der Labels haben vielleicht keine neuen Veröffentlichungen geplant, möchten aber, dass ihr Geld arbeitet.

Also eine Art musikalisches Sparbuch? Querfinanzierung a la "Fair Trade"?

Burghard Genz Genau, ein musikalisches Sparbuch. Nur das sich die Querfinanzierung hier ausschließlich auf die Verbindung zwischen den Labels bezieht und keiner Anteile an Künstlern hält, wo wiederum Overrides und Beteiligungen an den Beteiligungen zum Tragen kämen. Unser Modell ist nicht geeignet für Profit-Maximierer. Wir arbeiten jetzt auch mit Frank Schenker aus Los Angeles zusammen, um internationalen Künstlern dabei zu helfen, im US-Markt einen Fuß in die Tür zu bekommen. Außerdem organisieren wir Tourneen für unsere Weltmusiker im DACH-Markt und engagieren uns beim Konzert-Swapping für DACH-Acts und Acts aus Australien - auch innerhalb des DACH-Marktes und machen auch Videoproduktionen.

Wo wird BLK in 5 Jahren stehen?

Burghard Genz Ich stelle mir vor, wie meine Assistenten BLK und das, was wir tun, auf der Popkomm 2015 präsentieren. Dann werde ich auch einen Act gefunden haben, wo ich mich wieder als Produzent, vielleicht sogar als Musiker, betätigen werde.

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