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Suzahn Fiering: Was Ich "Indie" Nenne
Indie Jazz-Sängerin/Gitarristin, Country-Songwriterin und Lehrerin Suzahn Fiering erklärt uns, was der Begriff "Indie"
By Dom Kamper
(more articles from this author)
2010-11-23
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Indie Jazz-Sängerin/Gitarristin, Country-Songwriterin und Lehrerin Suzahn Fiering erklärt uns, was der Begriff "Indie" in der Musik wirklich bedeutet und spricht über ihre außergewöhnliche Karriere als Interpretin, Songwriterin, Musikindustrieexpertin und Jazz-Sängerin. Wir haben sie im Rahmen von PlayPrague 2010 im Herzen Europas getroffen.

Wie empfindest Du PlayPrague?

[Suzahn Fiering] PlayPrague ist eine gemeinsame Veranstaltung von tschechischen Singer-Songwritern, Musikindustrievertretern und solchen aus den USA, den meisten davon aus Nashville. Wir sind haben den großen Teich überquert, um unser Wissen mit all jenen zu teilen, die es hören wollten, ob sie nun Tschechen oder Brasilianer, Afrikaner oder Amerikaner oder woher auch immer sind. PlayPrague ist eine Chance, sich und seine Kunst zu zeigen, voneinander zu lernen und persönlichen Kontakt zu den Profis in der Musikwirtschaft zu knüpfen.

Wie sieht dabei Deine Rolle aus?

[Suzahn Fiering] Ich unterrichte und bin auch eine der Künstlerinnen. Obwohl ich auch Country-Musik schreibe, bereise ich die Welt als Jazz-Künstlerin und verbringe - obwohl ich sehr viel Erfahrung in der Musikwirtschaft in den Bereichen Herstellung, Verlagswesen, Plattenfirma, Beleuchtung, Audio/Video habe - auch viel Zeit damit, das weiterzugeben, was auf man grundlegend über die Musikwirtschaft im Bereich selbstorganisierten Tourens wissen muss.

Was ist Deiner Meinung nach das Wichtigste, was man in der Musikwirtschaft wissen muss?

[Suzahn Fiering] Meiner Meinung nach geht es darum, Musik allen Menschen zugänglich zu machen. Schau’ mal, jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten, mit dem man spricht, sei er/sie aus Zimbabwe, Marokko, Berlin oder dem nördlichen Kalifornien, jeder hört Musik und hat seine/ihre eigene Liste von Lieblingssongs. Also ist es das Wichtigste, jedem Menschen Zugang zu Musik zu ermöglichen. Danach, vom menschlichen Standpunkt aus gesehen, geht es darum, Künstlern, die diese Musik schaffen, die Möglichkeit zu geben, dies zu tun und diese zu verbreiten. Deshalb besteht meine Aufgabe teilweise darin, den Mythos der Musikindustrie aufzulösen und den Menschen klarzumachen, dass man von dieser Arbeit leben kann und das dies wirklich toll sein kann. Nehmen wir mich als Beispiel. Ich bin über vierzig und bereise die Welt als Jazz-Künstlerin. Ihr glaubt jetzt wohl, Ihr hättet Euch verhört. Wie kann es das geben? Ich spiele auf Festivals, unterrichte Meisterklassen an Universitäten und in Abendschulen, ich habe Al Gore in einem großen Umweltprojekt für Paris vertreten. Wie kann es möglich sein, dass ich diese Dinge machen und als Jazz-Künstlerin um die Welt reisen kann? Nun, es ist deshalb möglich, weil ich weiß, wie die Plattenindustrie funktioniert und das Hunderttausende Musiker wirklich gut davon leben können, als Indie-Künstler außerhalb dessen, was uns die Plattenfirmen glauben machen wollen, zu arbeiten.

Warum ist Indie-Szene heute so wichtig?

[Suzahn Fiering] Es gibt zwei Möglichkeiten, Indie-Musik zu definieren. Wenn sich Leute die Titel meiner Seminare durchlesen, gibt es oft Missverständnisse darüber, worüber ich eigentlich rede. Ich vertrete die Indie-Szene und manche Leute glauben, es handelt sich um einen Musikstil, ein Genre. Es sind aber unabhängige Künstler, über die ich rede. Heutzutage ist jeder Musikstil "Indie", ob man nun Dudelsack, Folk, Americana, keltische Musik, Jazz, R'n'B, Chill-Out-Musik, Dance oder traditionellen Soul spielt, alles ist Musik und sein Geld verdient man auf unabhängige Weise. Das ist es, was ich "Indie " nenne.

Welchen Ratschlag fürs Überleben hast Du für Musiker im derzeitigen wirtschaftlichen Klima?

[Suzahn Fiering] Folgendes ist zu tun: Den bürgerlichen Beruf nicht aufgeben. Etwas Geld auf die Seite legen, wenn möglich. Das Entscheidende, was man zu Beginn einer Karriere als unabhängiger Musiker tun kann, ist zu lernen. Die wichtigsten Dinge, die es zu lernen gibt, sind Verkaufs- und Marketing-Techniken, weil man anfangs sein eigener Verkäufer werden muss. Weiters ist es wichtig, sein Handwerk als Musiker zu beherrschen. Vielleicht ist man bereits davon überzeugt, zu wissen, wie man einen tollen Song schreibt, oder man denkt, man ist ein großartiger Sänger. Trotzdem sollte man nie aufhören, zu lernen. Ich bin auf großen Festivals und in kleinen Clubs präsent und spiele als Support für wirklich tolle Acts - dennoch nehme ich noch immer Gitarrestunden und komponiere gemeinsam mit Leute, wo ich das Gefühl habe, dass sie es besser beherrschen, als ich, damit ich immer besser werde. Ich werde nie aufhören, weiter zu lernen und es macht großen Spaß. Eine andere Sache ist auch noch wichtig: Spielen, spielen, spielen. Wenn man Sänger ist, dann sollte man unentwegt singen. Wo auch immer, anfangs ohne Geld dafür zu bekommen, und um eine Liste mit Email-Adressen aufzubauen. Man sollte die Email-Adressen aller im Konzertsaal einsammeln, eine Liste anlegen und ihnen regelmäßig Nachrichten schicken. So kann man ein Netzwerk aufbauen, ein weiterer wichtiger Punkt.

Nun aber zur Künstlerin Suzahn Fiering...

[Suzahn Fiering] Ich habe als eine Art Folk/Americana-Künstlerin begonnen und vom Fleck weg Aufnahmen als Folk-Künstler gemacht. 5 meiner Songs haben den Einzug in das Smithsonian Museum in Washington gefunden. Ich habe mit Pete Seeger, Odetta, Tom Paxton, Sam Bush gespielt, also war ich stark im Folk verankert. Dennoch war ich vom Jazz immer verzaubert. Ich habe mir schon sehr früh selbst das Gitarre spielen beigebracht, begonnen, Folk-Songs zu spielen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Nun lebe ich in einer perfekten Welt: Ich bereise die Welt als Jazz-Künstlerin und schreibe Country-Songs für Warner Chappell! Als Künstlerin habe ich also Rock und Americana gemacht und bin nach Nashville gekommen. Schon bald wurde mir klar, dass ich keine Country-Künstlerin sein wollte, sondern Komponistin und Texterin. Mir fehlte aber die intellektuelle Seite des Jazz. Als Sängerin dachte ich nicht, dass ich Jazz machen sollte, weil die Sänger im Jazz nie ernst genommen werden, obwohl die fünf bestverkauften Alben im Jazz jedes Jahr Vokal-Jazz-Alben sind. Deshalb dachte ich mir, ich sollte Jazz nur zum Spaß singen, da ich es ja als Jazz-Sängerin nie schaffen würde, obwohl ich sehr gut darin bin, beim Scat-Gesang wahrscheinlich besser als die meisten auf diesem Planeten bin und sehr gut ausgebildet bin. Trotzdem, in Nashville lebend und Country-Songs auf der Gitarre schreibend hatte ich immer das Gefühl, als würde etwas fehlen. Ich begann vor rund 20 Jahren, Jazz-Stücke zu schreiben. Ich löste einfach im Kopf die Akkorde auf und lernte so, Jazz-Musik zu schreiben. Nur so als Hobby begann ich wieder, Jazzgitarre zu spielen. Ich machte einen Abschluss in Musik und Tontechnik, weil ich es als Weg sah, zu einem Job in der Musikwirtschaft zu kommen. Ich arbeitete bei Plattenfirmen, weil ich glaubte, ich würde dadurch an Autorität gewinnen und das mich die Leute dann für verantwortungsbewusst und intelligent halten würden. Eigentlich wollte ich aber immer nur eine Jazzgitarristin sein! So im Jahre 2005 begann ich wieder zu touren, machte ein paar Telefonanrufe und einige Leute in England hörten meine Jazzplatte und buchten mich. Seit diesem Zeitpunkt toure ich nun pro Jahr vier Mal für jeweils 3-4 Wochen durch Europa. Viele Jazzmusiker in Europa spielen meine Stücke und ich toure durch die Vereinigten Staaten, wenn ich nicht in Europa bin, das ist mein Beruf. Wenn ich unterwegs bin, unterrichte ich auf viel. Ich unterrichte noch immer, wie man für den kommerziellen Markt Songs schreibt, wie man einen tollen Country-Song schreibt. Ich träumte immer davon, einen Verlagsvertrag als Pop-Songwriter, als Country-Songwriter zu bekommen, nun, da es wahr geworden ist, genügt es mir nicht - ich muss Jazz schreiben! Wenn ich dann dabei bin, zwei Monate lang Jazz zu schreiben und mein Kopf voller Jazz und voll von diesem kopflastigen schweren Zeug ist, denke ich mir dann: Ich muss zurück nach Nashville und ein paar Country-Songs schreiben! Ich habe es einfach in zweierlei Hinsicht gut erwischt.


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